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07.06.2026

Übelkeit in der Schwangerschaft: Wie kannst du dir helfen?

Übelkeit in der Schwangerschaft: Wie kannst du dir helfen?

Warum wird mir eigentlich schlecht?

Bis zu 85 Prozent aller Schwangeren sind von Übelkeit oder Erbrechen betroffen. Die Beschwerden beginnen meist zwischen der 4. und 7. Schwangerschaftswoche, erreichen ihren Höhepunkt um die 9. Woche und klingen bei den meisten Frauen bis zur 20. Woche ab. Als wichtigster Auslöser gilt das Schwangerschaftshormon hCG, das in dieser Zeit seinen Spitzenwert erreicht und das Brechzentrum im Hirnstamm stimuliert. Daneben spielen niedriger Blutzucker, ein veränderter Hormonspiegel und die kreislaufbedingten Anpassungen in der Schwangerschaft eine Rolle. Eine eindeutige Ursache konnte bisher jedoch nicht benannt werden.

Was du tun kannst

Ernährung anpassen ist oft der wirksamste erste Schritt. Kleine, häufige Mahlzeiten halten den Magen dauerhaft leicht gefüllt, denn ein leerer Magen verstärkt die Übelkeit häufig. Kohlenhydratreiche, leicht verdauliche Speisen werden in der Regel am besten vertragen. Fettige, saure, stark gewürzte oder zuckerhaltige Lebensmittel sowie kohlensäurehaltige Getränke können die Beschwerden verstärken und solltest du bei Übelkeit besser meiden.

Langsam aufstehen macht einen großen Unterschied. In der Schwangerschaft ist dein Kreislauf verändert. So können plötzliche Lagewechsel und schnelle Bewegungen zu Blutdruckabfällen führen, die Übelkeit begünstigen.

Frische Luft und leichte Bewegung wie Spaziergänge können ebenfalls lindernd wirken. Während Ruhe und Schonung ebenso bei Übelkeit helfen können.

Gerüche meiden klingt banal, hilft aber wirklich. Viele Frauen berichten, dass bestimmte Gerüche die Übelkeit regelrecht auslösen. Hier darf und solltest du konsequent sein.

Ingwer ist die am besten untersuchte nicht-medikamentöse Therapie bei Schwangerschaftsübelkeit.

Mehrere Studien zeigen, dass Ingwer Übelkeit und Erbrechen signifikant reduziert. Empfohlen wird etwa 1 Gramm täglich als Tee, Kapseln oder frisch gerieben in warmem Wasser.

Der Hebammentrick

Leg dir abends schon einen kleinen (gesunden) Snack ans Bett. Und bevor du morgens aufstehst, iss ihn. Ganz in Ruhe, noch liegend. Dieser kleine Trick, den Blutzucker schon vor dem Aufstehen zu stabilisieren, macht für viele Frauen einen erstaunlichen Unterschied.

Wann zum Arzt?

Wenn du mehr als fünfmal täglich erbrichst, kaum noch Flüssigkeit bei dir behältst, stark abnimmst oder dich körperlich sehr schwach fühlst, kann eine Hyperemesis gravidarum vorliegen. Diese schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit betrifft 0,2 bis 1,5 Prozent aller Schwangeren und erfordert stationäre Behandlung. Dann ist ärztliche Hilfe dringend nötig, zögere in diesem Fall nicht.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch deine Hebamme oder Ärztin bzw. deinen Arzt.

Titelbild von S L auf Unsplash